Wirtschaftsenglisch

Professionelle E-Mail-Korrespondenz auf Englisch: Struktur und Konventionen

Im internationalen Geschäftsverkehr ist die E-Mail oft der erste Eindruck. Eine gut formulierte E-Mail zeigt Professionalität und schafft die Grundlage für erfolgreiche Geschäftsbeziehungen.

James Simmonds
23. Januar 2026
6 Min. Lesezeit

Die Bedeutung professioneller E-Mail-Kommunikation

E-Mail-Korrespondenz bildet das Rückgrat moderner Geschäftskommunikation. Für deutschsprachige Fachkräfte, die mit internationalen Partnern arbeiten, erfordert effektive englische E-Mail-Kommunikation sowohl strukturelles Verständnis als auch kulturelle Sensibilität.

Deutsche E-Mail-Konventionen unterscheiden sich in mehreren Aspekten von englischen. Während deutsche Geschäfts-E-Mails traditionell formeller sind und oft detaillierte Einleitungen enthalten, tendieren englische E-Mails zu größerer Direktheit bei gleichzeitiger Wahrung von Höflichkeit. Diese Balance zu finden, ist der Schlüssel zu erfolgreicher interkultureller Kommunikation.


Strukturelle Elemente

Eine effektive Geschäfts-E-Mail auf Englisch folgt einer klaren Struktur, die den Leser durch die Nachricht führt. Die Betreffzeile sollte klar und spezifisch sein und den Zweck der E-Mail sofort vermitteln. Beispiele wie "Meeting Request: Q2 Budget Review" oder "Follow-up: Contract Discussion" kommunizieren präzise, was der Empfänger erwarten kann.

Die Anrede setzt den Ton für die gesamte Nachricht. Formelle Kontexte erfordern "Dear Mr./Ms. Surname", während etablierte Geschäftsbeziehungen oft "Dear First Name" erlauben. Für Gruppenkommunikation sind "Dear Team" oder "Dear All" angemessen.

Die Einleitung sollte den Zweck unmittelbar etablieren. Englische Geschäfts-E-Mails schätzen Direktheit; Formulierungen wie "I'm writing to follow up on our conversation about..." oder "I'm reaching out regarding..." kommen schnell zum Punkt.

Der Hauptteil organisiert Informationen logisch, mit einem Absatz pro Thema. Klare Absatzstrukturen verbessern die Lesbarkeit und ermöglichen dem Empfänger, wichtige Informationen schnell zu erfassen.

Der Abschluss spezifiziert erwartete Aktionen oder nächste Schritte. Formulierungen wie "Please let me know if you have any questions" oder "I look forward to hearing from you" laden zur Antwort ein und schaffen einen positiven Abschluss.

Häufige Fehler vermeiden

Vermeiden Sie Direktübersetzungen deutscher Grußformeln. 'With friendly greetings' für 'Mit freundlichen Grüßen' ist im Englischen ungewöhnlich. Stattdessen verwenden Sie 'Best regards', 'Kind regards' oder 'Sincerely' je nach Formalitätsgrad.

Grußformeln und ihre Anwendung

Die Wahl der Grußformel signalisiert den Formalitätsgrad der Beziehung. "Sincerely" ist sehr formell und eignet sich für erste Kontakte mit unbekannten Empfängern. "Best regards" fungiert als Standard in den meisten Geschäftskontexten. "Kind regards" vermittelt etwas mehr Wärme bei gleichzeitiger Professionalität. "Best" oder "Thanks" sind informeller und für etablierte Arbeitsbeziehungen angemessen.


Register und Ton

Englische Geschäfts-E-Mails bevorzugen aktive Formulierungen und vermeiden übermäßige Indirektheit. Dennoch unterscheiden sich die Erwartungen vom deutschen Direktheitsgrad. Wo eine deutsche E-Mail "Senden Sie mir den Bericht" sagen könnte, würde die englische Entsprechung oft "Could you please send me the report?" oder "I would appreciate it if you could send me the report" lauten.

Diese Abschwächungen sind keine Zeichen von Unsicherheit, sondern kulturelle Konventionen, die Respekt für die Zeit und Autonomie des Empfängers signalisieren. Sie gehören zum Standard englischer Geschäftskommunikation und sollten als rhetorische Werkzeuge verstanden werden, nicht als Ausdruck tatsächlichen Zögerns.

FAQ

Häufige Fragen

'Dear' ist für formelle oder erste Kontakte angemessen. 'Hi' kann in etablierten Beziehungen verwendet werden, insbesondere wenn der Korrespondenzstil des anderen dies nahelegt. Im Zweifelsfall beginnen Sie formeller und passen Sie sich dem Stil des anderen an.

So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Jeder Satz sollte einen Zweck erfüllen. Längere E-Mails sollten durch klare Strukturierung und Absätze lesbar bleiben. Für sehr komplexe Themen kann es besser sein, ein Meeting oder Telefonat vorzuschlagen.

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